Das AMA-Gütesiegel für

Milch und Milchprodukte

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Das AMA-Gütesiegel für Milch und Milchprodukte - Bedeutung & Kriterien

Milch und Milchprodukte dürfen nur dann mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet werden, wenn sie den AMA-Richtlinien entsprechen. Darin ist die nachvollziehbare Herkunft eines der Kriterien.


Mit dem AMA-Gütesiegel können Milchprodukte jedoch nur ausgezeichnet werden, wenn sie allen in den Richtlinien formulierten Qualitätsvorgaben entsprechen. Diese Kriterien umfassen die sogenannte Wertschöpfungskette vom Futtermittel über die Tierhaltung bis zur Verarbeitung.

Herkunft

Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel auf der Verpackung von Milch oder einem Milchprodukt garantiert, dass es in Österreich hergestellt, verarbeitet und verpackt wurde. Alle Kälber bekommen binnen sieben Tagen nach der Geburt eine elektronische Ohrmarke ins linke Ohr und eine konventionelle Ohrmarke ins rechte Ohr. Die darauf abgedruckte bzw. abgespeicherte eindeutige 9-stellige Nummer begleitet die Rinder ein Leben lang.


In der Rinderdatenbank der AMA werden alle erforderlichen Informationen, auch der späteren Milchkühe, abgespeichert.

Mit all diesen Einzelinformationen, die durch Rinderbäuerinnen und Rinderbauern gemeldet werden müssen, wird ein elektronischer Tierpass für jedes einzelne Rind von der AMA geführt, der bei Bedarf als eine Art „Ausweis“ abgerufen werden kann.

Tiergesundheit

Die Gesundheit der Tiere ist das Um und Auf in der bäuerlichen Tierhaltung. Durch die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich ist es möglich, dass die Landwirtinnen und Landwirte ihre Tiere sehr gut kennen und genau wissen, ob es ihnen gut geht.


Die Kuhställe bieten den Kühen angemessene Bedingungen. Neben dem hochwertigen Futter ist dies entscheidend für ihr Befinden. Der soziale Kontakt innerhalb der Tiergruppe trägt wesentlich zur Steigerung ihrer Lebensqualität bei.


Bei den täglichen Kontrollgängen schauen die Landwirtinnen und Landwirte, ob ein Tier Anzeichen einer Geburt, Krankheit, Verletzung oder eine sonstige Auffälligkeit aufweist. Gegebenenfalls werden Tierärztinnen und Tierärzte hinzugezogen.

Hygienevorschriften

Beim Melken im Milchkuhbetrieb ist streng auf die Einhaltung der Hygienevorschriften zu achten.


Das betrifft unter anderem:

  • saubere Arbeitskleidung
  • Reinigung der Euter vor dem Melken
  • mangelfreie Melkanlage in einwandfreiem, hygienischem Zustand
  • regelmäßige Überprüfung der Anlagen, die dokumentiert wird

Nach dem Melken wird die Milch sofort auf 6°C abgekühlt. Das professionelle Reinigen der Anlagen nach der Milchabholung, die täglich bzw. alle zwei bis drei Tage erfolgt, ist selbstverständlich.


Auch in den Molkereien wird auf höchste Sauberkeit geachtet. Das Personal trägt spezifische Schutzkleidung. Hygieneschleusen sorgen dafür, dass keine Keime in die Produktionsanlagen übertragen werden.


Die mikrobiologischen Anforderungen hinsichtlich Listerien oder Salmonellen stellen sicher, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen der Konsumentinnen und Konsumenten auszuschließen sind.

Schon gewusst, …

... dass Milch und Milchprodukte nur dann mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet werden dürfen, wenn sie den AMA-Richtlinien entsprechen? Darin ist die nachvollziehbare Herkunft eines der Kriterien.


Mit dem AMA-Gütesiegel können Milchprodukte jedoch nur ausgezeichnet werden, wenn sie allen in den Richtlinien formulierten Qualitätsvorgaben entsprechen. Diese Kriterien umfassen die sogenannte Wertschöpfungskette vom Futtermittel über die Tierhaltung bis zur Verarbeitung.

Fütterung und Futter

Die Gesundheit und das Wohlbefinden von Tieren hängen eng mit der Futterqualität zusammen. Die meisten „Milchbauernhöfe“ erzeugen auf ihren eigenen bzw. gepachteten Wiesen und Weiden ausreichend frisches Grünfutter für ihre Tiere.


Damit die Tiere genug Energie haben, brauchen sie zusätzlich Kraftfutter aus verschiedenen Getreidesorten. Wenn dieses Kraftfutter nicht auf dem eigenen Hof hergestellt werden kann und zugekauft wird, muss es gemäß dem "pastus+"-Qualitätssicherungssystem AMA-zertifiziert sein.

In der Milchviehhaltung setzen die AMA-Gütesiegel-Betriebe, die Rohmilch für AMA-Gütesiegel-Produkte liefern, auf gentechnikfreies Futter. Alle Milchprodukte, die aus AMA-Gütesiegel-Milch erzeugt werden, werden aus gentechnikfreier Milch hergestellt.

Produktqualität

Das Qualitätssicherungssystem und dessen praktische Anwendung haben beim AMA-Gütesiegel große Bedeutung. Mehrere Male pro Monat und Betrieb werden Milchproben untersucht.


Dabei werden folgende Aspekte beurteilt:

  • Fett- und Eiweißgehalt
  • Keim- und Zellzahl
  • Hemmstoffe (Überprüfung auf Arzneimittelrückstände)
  • Gefrierpunkt (Überprüfung, dass die Milch nicht mit Wasser gestreckt wurde)

Milch wird, je nach Qualität, in verschiedene Güteklassen eingeteilt. Demnach wird die Milch aufgrund der Ergebnisse in die Klassen S, 1 und 2 eingestuft.


S ist die höchste Stufe und steht für “Sonderklasse”. Im Jahr 2022 haben 91% der an Molkereien gelieferten Milchmenge die höchste Einstufung S-Klasse erhalten.


Das hohe Qualitätsniveau der österreichischen Milch spiegelt sich darin wider, dass die Klassen S und 1 zusammen 99,48% der Milchmenge ausmachen. Um das AMA-Gütesiegel zu erhalten, muss die Milch mindestens in die Klasse 1 eingestuft werden.

Kontrolle

Für Milch- und Milchprodukte, die das AMA-Gütesiegel tragen, sind Kontrollen, sowohl in der Produktion als auch in der Verarbeitung, genau festgeschrieben.


Das dahinterstehende Qualitätssicherungssystem kann man sich als dreistufige Pyramide vorstellen.


Erste Stufe ist eine freiwillige Eigenkontrolle der Landwirtinnen und Landwirte z. B. mittels AMA-Checklisten. Zweite Stufe ist die AMA-Kontrolle. In der dritten Stufe werden die Kontrolleurinnen und Kontrolleure selbst überprüft. Jährlich werden einige tausend Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt.


Daneben gibt eine entsprechende Menge an Endproduktanalysen bei fertigen Milchprodukten die erforderliche Sicherheit. AMA-Kontrollen stärken das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in die geprüfte Qualität.

Milchtransport

Gleich nach dem Melken wird die frisch gemolkene Milch in Milchtanks gesammelt und rasch auf 6° C gekühlt.


Entscheidend beim Transport der Milch vom Bauernhof zur Molkerei im Sammelwagen ist, dass die Kühlkette geschlossen bleibt. D.h. die Milch übersteigt nicht die Kühltemperatur von 6°C. Das elektronische System im Sammelwagen speichert sämtliche Daten der Lieferantin bzw. des Lieferanten durch einen Identifikationschip am Milchtank.


Beim Abholen wird die genaue Milchmenge erfasst und automatisch eine Milchprobe gezogen. Diese wird überprüft. So können eventuelle Verunreinigungen genau erfasst und lokalisiert werden, bevor die Milch in die Tanks der Molkerei gepumpt wird.

Diese Milchprodukte dürfen das AMA-Gütesiegel tragen

Bei Milch und Milchprodukten, die mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet wurden, garantiert die AMA unabhängig kontrollierte Qualität. Voraussetzung dafür ist, dass die Milch ausschließlich von Betrieben kommt, in denen nach AMA-Kriterien gearbeitet wird und darüber eine vertragliche Vereinbarung besteht.

Käse

Die Herstellung von Käse hat hierzulande eine lange und große Tradition. Sie zu bewahren kann nur gelingen, wenn daran zeitgemäße Maßstäbe angelegt werden: Etwa bei Tierhaltung, Lebensmittelqualität und Produktionshygiene.

Joghurt

Die Mindestanzahl der lebenden Joghurtkulturen ist in den AMA-Gütesiegel-Richtlinien genau festgelegt. Beim Naturjoghurt sind das mindestens zehn Millionen Mikroorganismen pro Milliliter. Bei Fruchtjoghurt sind es mindestens eine Million pro Milliliter, die bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit vorhanden sein müssen.

Topfen

Topfen wird aus pasteurisierter Milch hergestellt. Er ist eine Form von Frischkäse, für die Milch mit Lab verdickt wird. Es entsteht Käsebruch. Der wird nach rund acht Stunden ausgepresst und die Molke vom Topfen getrennt.


Aus viereinhalb Litern Milch erhält man ein Kilo Topfen. Topfen unterliegt zwar keinem Reifungsprozess, aber den AMA-Gütesiegel-Richtlinien.

Schlagobers und Sauerrahm

In den Molkereien wird die angelieferte Rohmilch in Magermilch und Milchfett, also den Rahm, getrennt. Der Rahm wird ab einem Fettgehalt von mindestens 32 Prozent als Schlagobers bezeichnet. Wird der Rahm anschließend mit Bakterien gesäuert, entsteht Sauerrahm.

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Häufige Fragen zum AMA-Gütesiegel bei Milch

Die Bestimmungen zu den verschiedenen Aspekten der Tierhaltung spielen für die Qualität von Milch und Milchprodukten eine wesentliche Rolle. Dazu zählen:


  • ordnungsgemäße Tierhaltung
  • Einhaltung der Hygiene bei der Milchgewinnung
  • Zukauf von Futtermitteln aus dem AMA-Qualitätssicherungssystem pastus+
  • korrekte Tierarzneimittelanwendung und Dokumentation

Entscheidend für die Qualität und Frische der Milch sind die Hygiene-, Kühl- und Lagerbedingungen. Diese sind in den AMA-Richtlinien für Milch und Milchprodukte festgelegt. Darin sind alle Produktionsschritte definiert, um die (Mindest-)Qualität des Endproduktes zu gewährleisten.

Verschiedene Arten von Trinkmilch, sämtliche Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Topfen, Schlagobers und Sauerrahm können das AMA-Gütesiegel tragen.

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